Das Märchen von Käptn Nik und seinen SeebEEren...

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...oder wie Käptn Nik die Schaluppe der Steckrüben versenkte. Es grenzte schon an Meuterei, was vereinzelte Stimmen der unteren Mannschaftsgrade der Dritten vor Schlachtbeginn in der Bezirksliga mit den unbezwungenen Steckrüben von sich gaben. Zu siebt gegen den Aufstiegsanwärter antreten? Den Kleingeistern unter den Befehlsempfängern fehlte da der Durchblick. Mancher äußerte milde Bedenken, ob des sonst doch ohne Fehl und Tadel agierende Anführers der verwegenen Mannen, möglicherweise zu lange auf hoher See verweilt und seine Weitsicht gelitten habe. Aber derlei ficht den mit allen Wassern gewaschenen Freibeuter nicht an und, wie nicht anders zu erwarten, sollte unter seiner visionären Leitung ein sagenumwobener und unfassbarer Triumph erlangt werden. Aber Käptn Nik ist nicht nur ein gnadenloser Imperator, welcher von Erfolg zu Erfolg eilt, nein, er ist auch noch ein gnädiger und herzensguter Mensch und als dieser bot er dem Gegner zu Beginne des Gefechts ein friedliches Unentschieden an. Dieses Ansinnen wurde aber von jenem ablehnend beschieden.
So dann ihr wagemutigen Seefahrer; auf in die Wanten und kein Mitleid...

Andre und Jan legten gleich vor. Auf Doppel scheinen die Steckrüben keinen besonderen Wert zu legen – in den ersten 3 Punktspielen erreichte nur deren Doppel1 Zählbares. Das sollte ausgenutzt werden.  Gegen Oliver/Michael konnte man zwar anfangs knapp, aber immer vorne, den Gegner erfolgreich unter Druck setzen = 3:0. Was dann kam, damit rechnete nur der Geist, der diese Aufstellung ersonnen hatte. Käptn Nik bereitete dem alten Mann seinen Höhepunkt der langen, meist erfolglosen, Karriere, indem er mit ihm an den Tisch ging. Und siehe da ...Satz1+2 wurden die bislang in der ganzen Saison ungeschlagenen Daniel/Mirko je zu 3 gedemütigt. Vielleicht demütigten sie sich auch selbst, denn die Performance ließ einiges an Luft nach oben. Egal, das muss man dann auch nutzen können. Es ging dann zwar noch in den Entscheidungssatz, aber eigentlich nur, weil Käptn Nik und der alte Mann möglichst lange diesen Augenblick des Doppel Spielens genießen wollten. Irgendwann war dann auch gut = 3:2. Dachten jetzt schon viele, also besser kann es nicht werden, sollten sie sich irren: Viktor und Jewgeni leisteten sich einen Fight auf Augenhöhe mit Peter/Tim. Nach 5 Sätzen war die größere Entschlossenheit bei den Unseren= 3:2!
3:0 nach den Doppeln...WHAAAAT?? Unfassbar!

Andre legte auch noch einen drauf: Nach 0:2-Satzrückstand gegen Peter kämpfte er sich noch verdient zu einem weiteren 3:2 für die Leichtmatrosen. Dann kam der erste, erwartete, Rückschlag. Dem alten Mann wurde zwar von Daniel immer gestattet mitzuspielen, aber wenn es darauf an kam, zeigte Daniel, wie man jemanden stilvoll gegen die Stehrichtung ausplatziert = 0:3. Jan konnte den alten Abstand humorlos wieder herstellen mit einem nicht-schön-aber-erfolgreich-Spiel gegen Michael =3:0. Auf verlorenem Posten stand Viktor gegen das clevere Spiel von Oliver, der geduldig wartete bis seine Chancen da waren = 0:3. Super Spiel anschließend von Dirk, der mit variablen Strategien   das System von Tim knackte – natürlich in 5 Sätzen=3:2. Jewgeni 2 Sätze lang chancenlos gegen druckvollen Mirko, erst dann kann er das Match offen gestalten. Das Ding zu drehen, dafür reicht es aber nicht mehr = 1:3.

6:3 zum Pausen-Glasen...

Langsam fangen einige an, an den Plan des großen Käptn Nik zu glauben...
Andre versucht mit Power gegen Daniel dagegen zu halten; am Ende ist Daniel natürlich konstanter = 1:3. Als dann alte Mann mit Ball-über-die-Schnur in...ja...5 Sätzen über zuletzt zu hektischen Peter erfolgreich ist und Jan mit Gala-Vorstellung Oliver vom Tisch kanoniert steht es unglaublich 8:4. Dabei wurden 5 Spiele im 5ten Satz von Käptn Nik und seinen tollkühnen Gefolgsleuten erkämpft. Gelingt jetzt der letzte endgültig vernichtenden Schlag, der den sturmreif geschossenen Kahn aus dem Umland zum Kentern bringt, oder haben die Fahrensmänner Angst vor der eigenen Courage? Es wackelt jedenfalls bedenklich: Viktor gefühlt mit 11 Punkten Vorsprung in Satz1 gegen Michael...und trotzdem den Satz noch gegen das Urgestein verloren! Erste Verzweiflung  greift bei dem wackeren Bootsmann um sich. Satz2 immer mit vielen Chancen...und wieder lacht am Ende Michael. Die Verzweiflung nimmt zwanghafte Züge an. In Satz3 wird die Verzweiflung pathologisch und grenzt bald an Aufgabe. Folgerichtig Michael mit Machtbällen, die dieser aber nicht nutzen will und so kommt der unermüdliche Viktor selbst zu einem Satzball und nutzt ihn. Da wusste jeder: Diese Geschichte wird gut ausgehen, denn wenn man 5 Spiele im 5ten gewinnen kann, dann fällt ein sechster 5-Satz-Sieg doch leicht. Satz4 noch etwas holperig, aber wieder mit sichtbaren Glauben an sich, den Käptn und die Welt. Satz5 dann ein Schaulaufen...na gut, das ist möglicherweise ein klein wenig übertrieben...verzeihet dem Berichterstatter ob des Siegestaumels diese einmalige unseriöse Ausschmückung... = 3:2!

9:4! Und spätestens ab diesem Tage folgen auch die letzten Ungläubigen dem unerreichten heldengleichen Käptn Nik blind in ... wohin auch immer...  

Sensationeller Erfolg einer motivierten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten super spielenden 7-Mann-Truppe gegen Steckrüben, die man schon spritziger gesehen hat.

Nächstes Ziel: Klassenerhalt...

Bis denne...
Immer fröhlich bleiben...                           

Euer Buttermaker