Käptn Nik steuert die Dritte in das gelobte Land des Klassenerhalts

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Noch einmal das tosende Meer bezwingen, die Punkte aus dem fernen Misburg erobern und ruhmreich in heimischen Gefilde zurückkehren, das war der Auftrag. Nach Aussagen der Ureinwohner Misburgs sollte in der schönsten aller Hallen der Kampf ausgetragen werden, was den sagenumwobenen Käptn Nik in seinem sehr angemessenen Duktus zu der Replik hinriss, die Misburger hätten wohl noch nicht viele Auswärtsspiele bestritten. Einigen wir uns auf die heute übliche Umschreibung, die Spielbedingungen sind besonders.

Ein wirklich positives Alleinstellungsmerkmal hat die Halle allerdings: Man hat einen tollen Blick in die große Halle, der sich gelegentlich lohnt, wie an diesem Spieltag. Unten mühten sich nämlich die Handballer des HSV in der 3ten Liga gegen Burgdorf. Das hatte dann schon was mit Sport zu tun, mit vielen Fans, Stimmung und Lichtchoreo. Was ganz anderes, als der Sport, den uns das TV vorsetzt, die statt in einer halbwegs angemessenen Dauer z.B. von den Deutschen Meisterschaften im TT zu berichten, lieber stundenlang den elfundneunzigsten „Welt“-Cup vom Damenskispringen, das – natürlich völlig zu Recht so beliebte – Doppelsitzerrodeln, was schon optisch sehr viel Schönes hat oder größtenteils Asthma-Kranke, die nur Dank vorsichtshalber überausreichender Gabe von Medikamenten ohne Gesundheitsrisiken mit Latten unter den Füßen in der Regel auf Kunstschnee im Kreis laufen, übertragen. Worum ging es noch mal? Jetzt hab ich es wieder: Höret die Kunde, wie der glorreiche Käptn Nik mit seinen auf allen Weltmeeren gefürchteten Mannen, die schon für unzählige Heldentaten und noch mehr Seemannsgarn sorgten, die Binnenseesegler aus Misburg entern und alles wertvolle – 2 Punkte - in die Heimat entführen.

Der Käptn und Fabi nehmen sich gleich die ChristiansS+Z im Doppel zur Brust. Einen Satz lang dominieren die Blauen nach Belieben, ehe sich die Christians auf ihr AngriffsTT besinnen und den Sieg holen. Andre und Klaus unterstreichen ihren Doppel-1-Status und können völlig ungefährdet gegen Matthias/Christoph sofort ausgleichen. Überraschend kann Jan den alten Mann auch zu einem klaren 3:0 gegen ChristianB/Daniel mitreißen. Das wurde allerdings auch erleichtert, durch 4-5 Netz-und Kantenbälle pro Satz und wenn es dann noch eng wurde, halfen die Gegenüber mit Fehlaufschlägen nach.
2:1 nach den Doppeln...

Setzet nach ihr verwegenen Männer! Klaus versucht sein Bestes gegen Ich-Nehm-Jeden-Ball-Vorhand-Maschine ChristianS, kann der Power aber nur einen Satz abringen. Auch Andre kommt gegen ChristanZ bedrohlich ins Wanken, als es 0:2 nach Sätzen steht . Ungeachtet größter Gefahren – z.B. ins Schwitzen zu geraten und dadurch den Gesamteindruck der Frisur zu zerstören – nimmt Andre den Kampf in dieser aussichtslosen Situation auf und kann seine überlegene Kondition ausspielen – beim Einspielen konnte er viel Kraft sparen, da sein Einspielpartner nur so mittel sicher wirkte. O-Ton Andre: „Du spielst ja nur jeden 2ten Ball auf den Tisch“; was sich jedoch beim Mitzählen als zu optimistisch herausstellte. Es war nur jeder 3te Ball! - und die Blauen wieder in Führung bringen. Die wurde aber den todesmutigen Seefahrern gleich wieder aus den Händen gerissen, als Jan, ohne die nötige Lockerheit, nicht gegen das sichere Block- und Angriffsspiel von Matthias bestehen konnte.

Nun war es an der Zeit für den sturmerprobten Käptn Nik voran zu gehen. Weder Wind noch Wellen konnten unserem einzigartigen und tollkühnen Käptn etwas anhaben. Wie eine Urgewalt rollte er über seinen Gegner ChristanB im ersten Satz hinweg und demütigte ihn chancenlos mit 15:13. Auch im 2ten Satz ließ der unerschrockene Käptn Nik nicht nach und erhöhte auf 2:0. Satz 3 musste nach heldenhaftem Kampf hergegeben werden und seine Mannen machten sich schon Sorgen, ob Käptn Nik diese schwere Schlacht als Sieger verlassen würde. Gleich einem unbesiegbaren Helden ließ sich dieses Vorbild von nichts aufhalten; Blut quoll aus seinen Schuhen, die ob des unermesslich großen Einsatzes der Belastung nicht mehr standhalten konnten; Käptn Nik aber dachte nicht an sich, sonder hatte nur das große Ganze und seine Mannschaft im Sinn und so ließ dieser wagemutige Käptn erst nach, als sein Sieg unser war. Welch ein Epos, von dem noch Generationen nach uns schwärmen werden; welche Inspiration für seine Männer; welch Idol, dem alle nacheifern wollen. Als erstes profitierte Fabi von diesem gottgleichen Auftreten und demontierte Daniel mit Noppe und Vorhandgewalt nach allen Regeln der Kunst. Der alte Mann konnte da nicht mithalten, nicht zuletzt, weil er unter einer unheilbaren Bewegungsallergie leidet. So musste gegen Christoph ein schmeichelhafter 5-Satz-Sieg reichen, der aber ohne das Vorbild des Käptn Nik im Herzen nie möglich gewesen wäre.
6:3 zur Pause abgesetzt.

Andre setzt der Maschine ChristianS 2Sätze lang Grenzen, dann wurde aber doch noch unglücklich der Sieg aus den Händen gegeben. Auch bei Klaus sah es gegen ChristianZ im ständigen hin und her nicht immer nach einem sicheren Sieg aus, aber auch hier half der Glaube an und der Geist des Käptn weiter und sicherte die wichtigen Punkte zum 3:2. Dann aber verschworen sich alle Götter gegen unseren Käptn Nik. Dunkle Wolken zeigten sich am Horizont und Donner und Sturm kamen gleich eines Unwetters, wie es noch nie über die Menschheit aufgezogen ist, auf. Furchtlos und unermüdlich kämpfte Käptn Nik gegen Matthias, aber gegen all die Mächte, die sich nun aufgemacht hatten war kein Mittel zu finden und es setzte eine total unglückliche und echt richtig knappe 0:3-Niederlage. Möge keiner auch nur zu denken wagen, Matthias sei einfach viel zu gut gewesen, oder gar, dass sich Käptn Nik mit seinem Kurzauftritt mehr Zeit beim Betrachten des Handballspiels zu erlangen hoffte. Weil es gerade passt, sei nebenbei erwähnt, dass der HSV nach einer 16:11-Führung doch noch 25:27 verloren hat. Auch nur die Andeutung solches Denkens wird mit 3 mal Kielholen bestraft. Jan fightet 5 Sätze mit ChristianB, wird aber von den Unbilden des Sturms über Käptn Nik mit in den Untergang gerissen und verliert unglücklich.

Der Ausgang des Spiels des alten Mannes gegen Daniel sehen Anhänger der Prä-Astronautik als unwiderlegbaren Beweis ihrer grenzwertigen Theorien. Anders ließe sich der Sieg des Greises nicht schlüssig erklären, da Daniel deutlich überlegen war.  Der Verfasser dieser Gedanken ist eigentlich eher ein Anhänger von unumstrittenen Dingen, wie einem Knochenorakel, das die Zukunft aus hingeworfenen Knochen verschiedener Tiere liest oder selbstredend dem Bild Horoskop, muss hier aber mangels belegbarer Alternative sich dem anschließen. Egal, unentschieden gesichert. Kann Fabi nach der unglaublich souveränen Leistung in Einzel 1 den Deckel drauf machen? Sollte man glauben, aber irgendwie ist der Faden gerissen. Fabi wirkte gegen Christoph leicht unentspannt. Auch ein kurzfristig von der Trinkhalle um die Ecke herbeigeholter, nach eigenem bekunden, alter weiser Yogi, der in einer Satzpause Atemübungen mit Fabi durchführte und seine Energie versuchte im Qi-Punkt zu sammeln, hatte keinen Erfolg. Wahrscheinlich war der Yogi doch nur ein alter Säufer. Ergebnis = Punkt weg und Schlussdoppel muss entscheiden. Käptn Nik schwört noch mal alle seiner verwegenen Leichtmatrosen auf die Aufgabe, hier und heute zählt nur ein Sieg, ein und macht unmissverständlich klar, dass alles andere nicht akzeptabel ist. Das zeigte Wirkung: Andre und Ich-Kann-Rechts-Wie-Links-Klaus wie so oft in letzter Zeit mit einer super Vorstellung gegen die ChristiansS+Z. Taktisch ohne Fehl und Tadel und hinten raus nicht nur mit überlegener Kondition, sondern auch mit dem Jeder-Schuss-Ein-Treffer-Glück = 3:2 = 9:7!

So sei es: Unter seiner selbstlosen Führung hat der waghalsige Käptn Nik mit seinen phaetonischen Mannen das sichere Ufer der Bezirksliga erreicht. Hipp Hipp Hurra!

Bis denne...
Immer fröhlich bleiben...             

Euer Buttermaker