1. Herren behält die Nase vorn

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Landesliga: Post SV Bad Pyrmont - 1. Herren 6:9

Mit großer Spannung haben wir dieses Spiel erwartet. Letzten Samstag traten wir endlich nach vierwöchiger Spielpause bei Bad Pyrmont an, die vor der Saison als absoluter Favorit auf den 1. Platz gehandelt wurden. Mit ihren beiden Spitzenspielern Kubiak und Golian sowie mit der Nr. 3 Nadrowski stellen sie jeweils das beste obere Paarkreuz sowie den besten Dreier der Liga. Uns war daher klar, dass das Spiel in erster Linie über die Doppel und die unteren 3 Spieler entschieden werden würde. Mit 11:5 Punkten für Pyrmont war die Ausgangssituation in der Tabelle mit 12:2 Punkten für uns jedoch etwas günstiger und wir rochen die Chance, hier ein komfortables Polster aufbauen zu können.

Die Doppelaufstellung kam wie erwartet, Pyrmont mit 1. Kubiak/Golian, 2. Nadrowski/Kubiak Senior und 3. Janke/Münchgesang. Wir stellten uns mit den Paarungen Christos/Flexo, Max/Kloppi und Axel/Nils auf. Gegen das Pyrmonter 1er Doppel war erwartungsgemäß kein Kraut gewachsen, Max und Kloppi holten sich eine schnelle 0:3 Klatsche ab. In der gleiche Zeit hatten Christos und Flexo gerade mal zwei Sätze gespielt. Mit einigen Anfangsschwierigkeiten mussten sie den ersten davon abgeben. Danach erlangten sie jedoch die Kontrolle über das Spiel und gewannen die nächsten drei Sätze jeweils souverän hoch (+4, +4, +4). Im Doppel 3 kamen Axel und Nils zu einem gleichermaßen hohen und ungefährdeten 3:0, womit wir planmäßig mit 2:1 in Führung gingen.

Im ersten Einzel durfte Max gegen Kubiak an die Platte. Unseren Hoffnungen, gegen den besten Spieler der Liga ein enges Match zu sehen, wurden jedoch ein jähes Ende gesetzt. Max haderte zu sehr mit Kubiaks Aufschlägen, die ihm vermutlich auch in der Regionalliga noch einige Punkte sichern würden, und so kamen wenige längere Ballwechsel zustande - Max unterlag klar mit 0:3. Am Nachbartisch bahnte sich zeitgleich das erste packende Match an. Christos ging gegen Golian mit 1:0 in Führung. Dieser steigerte sich im 2. Satz jedoch deutlich und glich wieder aus. Im dritten Satz lag Christos 8:6 in Führung. In vielen schnellen und direkten Rückhandduellen konnte er sich jedoch nicht richtig durchsetzen und schaffte es nicht, seine Vorhand druckvoller einzusetzen. So drehte Golian diesen Rückstand in eine 10:8 Führung um. Christos hatte aber noch ein paar Antworten parat und schaffte postwendend den 10:10 Ausgleich. Die nächsten 2 Bälle nutze Golian jedoch wieder und sicherte sich auch den dritten Satz, der damit zum Knackpunkt in diesem Match wurde. Der vierte Satz verlief wieder ähnlich mit zahlreichen Rückhandkonterduellen, wobei Christos dabei der letzte Punch fehlte, um noch einmal aufzuholen. So lief er den ganzen Satz einem Rückstand hinterher und musste auch diesen letzten zu 8 abgeben. Zwischenstand 2:3 aus unserer Sicht.

In der Mitte startete Flexo gegen Nadrowski. Der knappe erste Satz entschied sich zu 10 in der Verlängerung für Nadrowski. In den nächsten beiden Sätzen kam Flexo mit seinem eigenen Spiel nicht richtig durch. Zu früh und sicher griff Nadrowski beidseitig an und drängte Flexo in die Defensive. Doch auch in den langen Ballwechseln erlaubte er sich einfach keine Fehler, was letztlich zu einem klaren 0:3 führte. Damit sollte uns kein Break im ersten Durchgang gegen die Pyrmonter 1-3 gelingen, wodurch wir zunehmend unter Druck gerieten. Die nächsten Punkte mussten jetzt kommen, um es im zweiten Durchgang ins untere Paarkreuz zu schaffen.

Den Anfang machte Axel gegen Janke. Gewohnt sicher und ohne Probleme holte Axel sein Match 3:0 nach Hause. Unten traten Kloppi gegen Münchgesang und Nils gegen Brix an, der zuvor im Doppel noch geschont wurde. Oder aber, wie man vermuten kann, Pyrmont plante damit den Überraschungsangriff im unteren Paarkreuz. Denn beide Gegner stellten sich als Materialspezialisten heraus, die uns mit ihren unorthodoxen Bällen ägern wollten. Münchgesang mit kurzer Noppe auf der Vorhand, Brix mit einer langen Noppe auf der Rückhand. Letztere hatte offenbar bereits einige Dienstjahre hinter sich und sah mit mindestens 10 herausgebrochenen Noppen schon reichlich ramponiert aus. Beide Gegner waren auf ihre Weise unangenehm zu spielen. Glücklicherweise ließen Kloppi und Nils sich dadurch aber nicht aus der Fassung bringen und gewannen beide je 3:1. Damit konnten wir den frühen Rückstand wieder umdrehen, um planmäßig mit 5:4 in den zweiten Durchgang starten und uns damit alle Möglichkeiten offen zu halten.

Durchgang 2 begann mit der Spitzenbegegnung Christos gegen Kubiak. Christos startete deutlich offensiver als im ersten Einzel, entschlossen hier den Punkt mitzunehmen. Doch Kubiak hatte eben auch mal gelernt wie der Zuchball geht. Mit starken Eröffnungen und unglaublich schnell auf den Beinen ging der Linkshänder 1:0 in Führung (-8). Christos musste nun mehr tun und ihn früher beschäftigen. Im zweiten Satz gelang dies zunächst auch und so kam der direkte Ausgleich zustande (+7). Im dritten Satz fehlten Christos dann oft einige Millimeter. In vielen Vorhandduellen oder wenn er den Zuchball direkt versenken wollte, strich der Ball mehrfach die obere Netzkante und ging hinten rüber, was in der erneuten Führung für Kubiak resultierte (-6). Im vierten Satz dann wieder die Antwort von Christos. Nach vielen hochklassigen Ballwechseln und einer starker Druckphase zum Schluss, sicherte er sich den vierten Satz (+9). Die Lautstärke von unserer Bank übertrumpfte mittlerweile deutlich die insgesamt 20 Pyrmonter Spieler und Zuschauer. Auch, weil sich am Nachbartisch bereits die Sensation anbahnte. Max spielte frei und wieder gewohnt aktiv gegen Golian auf und ging schnell mit 2:0 in Führung (+8, +6). Auch im dritten Satz ließ er sich nicht von seiner Linie abbringen, zog ihn auf die gleiche Weise durch und holte damit sensationell souverän das erhoffte Break (+9)! Auf der anderen Seite ging Kubiak gegen Christos im Entscheidungssatz unter die Angler und hatte diverse Fische am Haken. So war Christos letztlich machtlos und musste sich 6:11 geschlagen geben. Dennoch ein wirklich hochklassiges Spiel mit dem besseren Ende für Kubiak, der zuvor in der gesamten Hinrunde nur einen einzigen Satz abgegeben hatte. Doch abgehakt, wir lagen weiterhin in Führung! 6:5.

Der nächste Knaller ließ nicht lange auf sich warten. Axel holte sich den bis zum Schluss ausgeglichenen ersten Satz gegen Nadrowski über die Verlängerung (+12). Damit war von Anfang an Spannung und Stimmung in der Partie. Im zweiten Satz dann ein leichter Einbruch: Axel ließ einfach zu viele Bälle aus halber Höhe liegen und verlor den Satz vor allem gegen sich selbst (-3). Er schaffte es jedoch postwendend, seine Trefferquote wieder zu erhöhen, sodass er im dritten Satz nicht in Bedrängnis kam (+8). Die ersten Bälle im vierten Satz waren kaum gespielt, da schienen sich Nadrowskis körperliche Beschwerden plötzlich zu verschlimmern. Zwischen den Ballwechseln wurde das Stöhnen lauter und dass Ballholen zunehmend schwieriger mit anzusehen. Auf wundersame Weise passte dieser Eindruck aber nicht ganz zu seinem Einsatz am Tisch. In den Ballwechseln selbst schaffte er es mehrfach Topspin auf Topspin ins Ziel zu bringen, von links nach rechts, wohin Axel ihn schickte, ob mit der Vorhand oder der Rückhand, die Beine liefen weiter. Mit dieser Taktik glich Nadrowski Axels späte Führung noch aus, rettete sich in die Verlängerung und klaute sich schlitzohrig den Satz (-10). Im fünften Durchgang veränderte sich das Bild nicht mehr, der Satz blieb heißumkämpft bis zum Ende, und Nadrowski konnte sich scheinbar überwinden und gewann mit 11:9. Währenddessen hatte Flexos Spiel gegen Janke begonnen. Den ersten Satz noch zu passiv, ließ er Janke zu viel angreifen und verlor (-10). Im zweiten und dritten Satz fand er dann aber schnell wieder die richtige Mischung. Mal auf der Rückhand gehalten, bis die Vorhandseite offen war, mal selber mit dem Zuchball eröffnet, holte er sich die beiden Durchgänge klar (+3, +5). Einen kleinen Rückfall in den ersten Satz konnte Flexo sich dann nicht verkneifen (-6). Im fünften fand er die richtige Mischung aber wieder und sicherte uns damit die Führung für den Endspurt zum 7:6.

Die Entscheidung des Spiels stand somit wie erhofft ihm unteren Paarkreuz an. Nils gab sich gegen Münchgesang jedoch keine Blöße und machte mit einem schnellen 3:0 den ersten Schritt. Pyrmont schien nun selbst nicht mehr richtig an einen Punkt zu glauben. Auch nicht, als Brix sich gegen Kloppi noch einen Satz zum 2:1 aus unserer Sicht holte. Die Stimmung hatte schon etwas nachgelassen. Danach machte Kloppi den Sack zu und wir erhöhten den Lärmpegel noch ein letztes Mal.

Mit diesem 9:6 konnten wir unser Polster gegenüber Bad Pyrmont komfortabel ausbauen. Selbst wenn unser Gegner sich zur Rückserie wieder verstärken sollte, bleibt ein Eingriff ins Aufstiegsrennen mit 7 Minuspunkten derzeit optimistisch. Für uns steht nun im letzten Spiel der Hinserie ein Heimspiel gegen Hannover 96 II an. Dort wollen wir die Herbstmeisterschaft vor Sorsum verteidigen. Kommt vorbei, es wird wie immer spannend, laut und lecker werden!

1. Herren - Hannover 96 II, Samstag 09.12. um 16 Uhr im Mengendamm.

Eure 1. Herren