Landesliga: 1. Herren legt nach

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TSG Ahlten - 1. Herren 6:9 (21.10.2017)

Das nächste Spitzenspiel stand bevor, Ahlten und wir jeweils mit 2 Miesen auf dem Konto und beide Mannschaften natürlich auch darauf bedacht, es dabei zu belassen. Positiv zu erwähnen ist, dass Yuma nach kleineren Verletzungen zu Saisonbeginn, auf die wir jeweils mit Umstellungen reagieren mussten, nun endlich zu seinem lang erwarteten ersten Einzeleinsatz in der Landesliga kam. In den Doppeln spielten wie gehabt Christos und Flexo im 1er, für die anderen Doppel würfelten wir diesmal Max und Yuma fürs 2er sowie Nils und Kloppi fürs 3er Doppel aus.

Diese Neuzusammenstellung mussten wir auch sogleich erstmal verdauen, da Ahlten uns mit ihren der Stärke nach zu urteilen vermutlich deutlich eingespielteren Doppeln klar überlegen war. Max/Yuma bekamen keinen Stich gegen Sauer/Wacht und ebenso wenig Licht sahen Nils/Kloppi gegen Tödtemann/Wessels, beide 0:3. Gegen Ahltens 2er Doppel Wagemann/Kleber mussten Christos/Flexo gleich über die volle Distanz gehen, sicherten uns aber glücklicherweise den ersten Punkt und vermieden so den Fehlstart.

Im ersten Einzel hatte Max dann mit 3:1 gegen Wagemann das Nachsehen. Bei 1:1 im dritten Satz, der Knackpunkt im Match, fehlte Max vielleicht das letzte Prozent der üblichen Sicherheit, der Satz ging 16:14 weg und danach auch der vierte. Christos ging gegen Tödtemann dagegen gleich mit 2:0 in Führung. Den dritten Satz nahm ihm Tödtemann jedoch knapp ab, was Christos Trikotverschleiß in ungekannte Höhen trieb. In der bereits jetzt stimmungs- und temperaturtechnisch kochenden Halle aber mit frischem Trikot behielt Christos im vierten Satz zwar keinen kühlen Kopf, aber dafür die Oberhand, und gewann 3:1.

In der Mitte ging es weiter mit Nils gegen Sauer und Flexo gegen Wacht. Nils legte fulminant los, spielte ungewohnt aggressiv und holte sich damit den ersten Satz (5). Dieses hohe Tempo ließ bereits im zweiten Satz seine Kondition leicht bröckeln, vor allem aber weil Sauer sich auf Nils Topspins gut einstellte und fast alles zurück brachte (-2). Die nachfolgenden 3 Sätze waren an Spannung kaum zu überbieten. Absolut ausgeglichen, schöne und lange Ballwechsel, wechselndes Tempo und drei mal zu 9 mit dem ob seines Einsatzes verdienten besseren Ende für Nils (5,-2,9,-9,9). Flexo hatte gegen Wacht stets die Nase vorn und holte uns mit 3:1 den zweiten Punkt aus der Mitte zur 4:3 Führung.

Unten konnte Yuma es kaum erwarten gegen Kleber an den Tisch zu gehen. Als es endlich soweit war, wollte er sein Spiel auch voll auskosten und ließ sich vom 1:2 Satzrückstand nicht beeindrucken, gewann zunehmend an Sicherheit und holte über den Entscheidungssatz den nächsten Punkt für uns (-12,12,-3,8,8). Kloppi erwischte gegen Wessels einen guten Start und gewann den ersten Satz. Danach steigerte Wessels seine Trefferquote jedoch deutlich, sodass die nächsten 3 Sätze klar an ihn gingen. 5:4 nach dem ersten Durchgang.

Für den zweiten Durchgang hatte Christos glücklicherweise noch ausreichend frische Trikots dabei, denn der erste Satz ging an Wagemann. Gleich vom nächsten Satz an erhöhte er jedoch den Druck, spielte einen Tick aggressiver und holte uns den nächsten Punkt. Max baute mit einem klaren 3:0 gegen Tödtemann unsere Führung weiter zum 7:4 aus.

Der Höhepunkt und die Entscheidung des Matches folgte sogleich in der Verlängerung des Entscheidungssatzes von Flexo gegen Sauer. Zuvor hatten sich beide nicht viel geschenkt und mussten nach alternierend gewonnenen Sätzen in die fünfte Runde, in der es gleichermaßen spannend und knapp zuging.
In der Verlängerung bei 11:10 für Flexo und Aufschlag Sauer schupfte Flexo den ersten Ball zurück, doch beim zweiten Ball und Eröffnungstopspin über die Rückhand fiel der Ball unter seine eigene Tischhälfte. Der kritisch prüfende Blick auf den Rückhandbelag brachte zwei kreisrunde nasse Flecken hervor, die Flexo Sauer und dem Ahltener Zähler auch gleich zu Gesicht führte. Sauer und der Zähler bestanden allerdings auf Punkt für Ahlten, woraufhin die Diskussion losbrach, an der sich die ganze Halle beteiligte. Ihre Begründung "gespielt ist gespielt" ist sicherlich gemäß des Regelwerks eine nachvollziehbare Argumentation. Die in solchen Fällen übliche Wiederholung des Ballwechsels lehnte der Zähler letztlich dennoch trotz Flexos und unserer Intervention ab. Damit wehrte Sauer mit einer hochumstrittenen Nummer Flexos Matchball ab und glich zum 11:11 aus, womit ihm eine Nominierung für die goldene Fairplay Himbeere sicher sein sollte. In den nächsten Ballwechseln ging es wieder hin und her. Bei 15:14 dann wieder ein Matchball für Flexo. Flexo zog einen Vorhandtopspin in Sauers tiefe Vorhand, der Ball strich knapp aber wahrnehmbar die hintere Tischkante. Flexo hob die Hand, entschuldigte sich und ging auf Sauer zu, um ihm die Hand zu geben. Dieser hatte jedoch anscheinend nichts bemerkt und wollte weiterspielen und der Zähler zählte den Punkt für Sauer! Bei so viel wiederholtem Diskussionspotenzial und das noch in dieser entscheidenen Spielphase brach natürlich die nächste große Diskussion los. Nach einer turbulenten Minute kamen jedoch auch Stimmen von der Ahltener Mannschaft und allen voran Jan Wessels durch, die den Ball ebenfalls klar an der Kante gesehen hatten. Somit ging das Einzel mit 16:14 im fünften Satz an Flexo und wir bauten die Führung auf 8:4 aus. So kanns gehen.

Nils kam in seinem zweiten Einzel gegen Wacht nicht gleichermaßen zum Angriff wie im ersten, zu offensiv spielte Wacht in seiner Grundausrichtung, sodass Wacht 3:1 gewann. Kloppi lief gegen Kleber einem 0:2 Rückstand hinterher, holte sich die nächsten 2 Sätze, erwischte aber im Entscheidungssatz den schlechteren Start und musste sich zu 8 geschlagen geben. Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt das Spiel bereits nur noch Nebensache, da Yuma mit einem starken 3:0 gegen Wessels unseren 9. Punkt besorgt hatte. Ganz starke Leistung von Yuma im ersten vollen Einsatz für uns und insgesamt wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung, mit der wir den direkten Konkurrenten Ahlten vorerst auf Distanz halten!